Palencia

  • Die spanischen Partner stellen die Evolution nach
  • Die Schülergruppe vor der Kathedrale von Burgos
  • Typisch spanisch... Paella
  • Vorführung im Theater von Carrión
  • Müder Pilger in Burgos
  • Lehrerexkursion in einen Bio-Fleischereibetrieb
  • Schüler und Lehrer in Aktion
  • Frau Dresch mit Steinzeitschädel
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Nachdem eine Delegation deutscher Schülerinnen im Rahmen des Comenius-Projektes „Eat Local – Think Global“ bereits die Türkei bereist hatte, begann nun der zweite Teil unseres Vorhabens: eine Reise in Spaniens Norden, nach Palencia – dieses Mal mit dem Auftrag, die Herstellung lokaler Produkte und die regionale Esskultur zu erforschen. Am Montag, den 29. April 2013, ging es dann auch schon los.

In aller Herrgottsfrüh fanden sich alle zehn Teilnehmerinnen und ihre Begleitlehrkräfte, Frau Dresch und Frau Kaufmann, pünktlich am Schweinfurter Hauptbahnhof ein, um die Reise mit dem Ziel des Münchener Flughafens zu beginnen. Kaum dort angekommen hob unser Flugzeug auch schon gen Süden ab. Unser erstes Ziel war der Madrider Flughafen Barajas, von dem aus wir unsere Reise – ein weiteres Mal via Zug – nach Palencia fortsetzten. Gegen Abend erreichten wir zwar müde von der langen Fahrt, aber dennoch neugierig und ein wenig aufgeregt das kleine Städtchen Palencia. Schon als der Zug in den dortigen Bahnhof einfuhr, war die Gruppe spanischer Schülerinnen und Schüler nicht zu übersehen, die freudig Willkommens-Plakate sowie Fahnen schwenkten. Wie bereits in der Türkei war der Empfang äußerst warmherzig – auch wenn das vollkommen spanienuntypische Wetter gegenteilige Gefühle hätte aufkommen lassen können. Nach der herzlichen Willkommens-Zeremonie wurden unsere Schülerinnen sofort freundlich und liebevoll von ihren jeweiligen Gastfamilien in ihr neues Zuhause begleitet. Am zweiten Tag unserer Reise, am Dienstag, begann dann das interkulturelle Abenteuer.

Nach der Ankunft in der Schule wurden wir mit Präsentationen der spanischen Lehrer über Spanien, besonders über Palencia informiert. In der Turnhalle haben uns anschließend einige Schüler kulturelle spanische Tänze vorgeführt. Nach einer kurzen Pause und einer kleinen Dorfrallye wurden wir von einem riesigen spanischen Buffet überrascht, das die Eltern aller spanischen Gastgeberschüler aufwändig vorbereitet hatten. Ein wahrer Freudenschmaus! Am Nachmittag hielten wir uns in der Turnhalle auf und lernten einander besser kennen. Bevor wir dann wieder nach Hause zu unseren Gastfamilien gingen, bekamen wir noch eine kleine Führung durch das Rathaus in Carrión de los Condes, dem Dorf, in dem sich unsere spanische Schule befand.

Am Mittwoch fuhren wir mit dem Bus nach Atapuerca. Dort besichtigten wir Europas wichtigste Ausgrabungsstätte in Bezug auf die menschliche Evolution. Daraufhin besuchten wir das dazugehörige Museum in Burgos. Nach dem Museumsbesuch hatten wir Freizeit und die Möglichkeit,  Burgos auf eigene Faust zu erkunden und essen zu gehen. Am Nachmittag besichtigten wir die Kathedrale der Stadt, machten eine Stadtrundfahrt mit einer kleinen Bummelbahn und gingen an einem malerischen Seestrand spazieren. Unseren Abend verbrachten wir mit Fußball und Tapas in einer Bar. Auf der anschließenden Busfahrt nach Hause feierten wir den Einzug der Bayern ins Finale.

An jenem Donnerstag hörten bzw. hielten wir Präsentationen über das lokale, typische Essen der vier Comenius-Städte und Länder: Frankreich (La Rochelle), Türkei (Ankara), Spanien (Palencia) sowie Deutschland (Schweinfurt). Danach hatten wir die wunderbare Gelegenheit, zwei Schulstunden dem spanischen Unterricht beizuwohnen: Informatik und Französisch. Nach dem Mittagessen fuhren wir schließlich nach Palencia, die nächstgelegene Stadt, um dort in einem Restaurant essen zu gehen. Im Anschluss gingen einige Schülerinnen mit ihren Gastschülern zum Bowlen. Gegen Abend verschlug es uns dann nach Frómista, einem kleinen Dorf, in dem wir eine Kirche besichtigten und an einem Kanal entlang wanderten.

Für den Freitag war ein Schulfestival im kleinen, aber feinen Theater des Dörfchens vorgesehen. Die gesamte spanische Schule wirkte bei beeindruckendem Tanz und Gesang mit. Da einige französische und deutsche Lieder sowie ein türkisches Gedicht aufgeführt wurden, handelte es sich um eine äußerst emotionale Angelegenheit. Anschließend fuhren alle Franzosen, Türken und Deutsche zusammen in die alte, römische Villa „La Olmeda“, die nun auch ein Museum ist, in dem man die riesigen antiken Mosaike betrachten kann. Nach ein bisschen Freizeit in Carrión de los Condes ging  es 5km auf dem Jakobsweg entlang in ein Dorf, in dem wir in kleinen Gruppen gegeneinander in verschiedenen lustigen Spielen antraten. Zum Abschluss des Tages verschlug es uns in ein uriges Restaurant in Carrión de los Condes.

Am Samstag stand ein fantastischer Ausflug nach Salamanca auf dem Programm. Salamanca ist eine Stadt, die berühmt ist für ihre Kathedrale und ihre Universität. Deshalb besichtigten wir nach der dreistündigen Fahrt diese beiden interessanten Monumente und die „Plaza Mayor“. Vom Dach der Kathedrale aus hatte man einen faszinierenden Ausblick auf die ganze Stadt. Vor dem berühmten Hauptportal der Universität mussten wir im Anschluss den famosen Frosch suchen: Wer das kleine Reptil findet, hat der Legende nach für seine restliche Schullaufbahn Glück! Wir haben ihn gefunden! Danach hatten wir endlich ein bisschen Zeit zum Bummeln in der Stadt. Ein Teil der Gruppe besuchte währenddessen auch noch einen wunderschönen Park voller blühender Bäume und Blumen. Um 19 Uhr fuhr der Bus uns dann wieder zurück. Zwischendurch machten wir noch eine Pause, um mit der ganzen Gruppe einen Harlem-Shake-Clip zu drehen. Welch eine verrückte Aktion! Man kann das Video sogar auf „Youtube“ bewundern.

Am Sonntag war Familientag, das heißt jeder verbrachte den Tag mit seiner Gastfamilie. Am Abend trafen sich alle auf dem Marktplatz in Carrión de los Condes, um dort den Abschied mit Bilder-Präsentationen der vergangenen Woche, ein paar Spielen und Häppchen gemeinsam zu feiern. Danach fuhren bzw. gingen alle wieder nach Hause und verbrachten den letzten Abend in der jeweiligen Gastfamilie.

Am Montag wurden wir schon früh von unseren Gastfamilien zum Bahnhof gebracht. Der Abschied dort fiel uns allen sehr schwer…  Jedoch statt direkt wieder nach Deutschland zurückzureisen, blieben wir noch einen Tag in Madrid. Wir schauten uns zuerst die Stadt an und besichtigten die „Plaza Mayor“, die „Plaza de España“, den „Palacio Real“, den „Jardín de Sabatini“ und zuletzt noch das Museum „Reina Sofía“ mit vielen modernen Kunstwerken, unter anderem das berühmte Picasso-Werk „Guernica“. Spaniens Hauptstadt beeindruckte uns sehr! Nach dem kulturellen Teil der Stadtbesichtigung hatten wir die Gelegenheit – trotz der sich verbreitenden Müdigkeit und trotz unserer schmerzenden Füße – durch das Zentrum zu bummeln. Um dem Tag und unserer Reise ein angemessenes Ende zu setzten, aßen wir dann alle zusammen in einem Restaurant auf der Gran Vía zu Abend. Die letzte Nacht in Spanien verbrachten wir im „Hostal Helena 2“.

Am nächsten Tag, am Dienstag, traten wir nach einem typisch spanischen Frühstück gemeinsam die Heimreise an. Noch am selben Abend kamen alle erschöpft, aber glücklich ohne Verspätung in Schweinfurt an.

Andrea Kaufmann