Kategorie-Archiv: Deutsch

Umfrage zum Leseverhalten am Olympia-Morata-Gymnasium

In Geschichten alter Bücher eintauchen, Comics anschauen, Zeitungen  durchblättern, Literatur analysieren…Lesen im Allgemeinen empfinden die meisten Schüler heutzutage doch eher als lästig oder langweilig und beschäftigen sich daher bevorzugt mit dem Handy, Filmen oder anderen modernen Medien. Um das zu ändern, haben wir, die 13 Schülerinnen des P-Seminars Deutsch mit dem Titel „Lesen lieben lernen“, uns damit befasst, wie man unseren Mitmenschen das Lesen wieder etwas näher bringen kann. Zum Welttag des Buches am 23. April 2017 haben  Franziska T. und Eda. C., zwei Schülerinnen unseres P-Seminars, eine Umfrage zum Leseverhalten am OMG erstellt. Dabei haben wir zuerst während einer unserer wöchentlichen P-Seminar Stunden Fragen erarbeitet. Aus den Ergebnissen haben Franziska und Eda einen Fragebogen mit insgesamt fünf Fragen erstellt. Diesen haben sie an ausgewählte Lehrer verteilt, die ihre jeweiligen Schüler befragten. Für eine Klasse wurde jeweils ein Fragebogen benutzt, wobei dieser nach Stufe und Geschlecht unterteilt war. Danach haben Franziska und Eda die Bögen sorgfältig ausgewertet und die Ergebnisse im Seminar vorgetragen.  Zusammenfassend war am auffälligsten, dass alle das Lesen für sehr wichtig halten, obwohl viele nicht gerne lesen.

  Leonie Köhler (P-Seminar Frau von Hirschhausen)

Besuch des Theaterstücks „Maria Stuart“ der Q11

Am Dienstag, den 28. März 2017, besuchten wir, die Q11, das Stadttheater Schweinfurt, um die Inszenierung des Deutschen Nationaltheaters Weimar zu Schillers Drama „Maria Stuart“ zu sehen. In dem Stück spielt Johanna Geißler die Rolle der Maria, Königin von Schottland, die für den Tod ihres Mannes mitverantwortlich sein soll, weshalb sie bei ihrer Cousine Elisabeth I (gespielt von Nadja Robiné), der Königin von England, um Schutz bittet. Da diese Angst um ihren Thron hat, auf den Maria plötzlich Anspruch erhebt, wird Maria verhaftet und eingekerkert. Obwohl deren Hinrichtung die einzige Lösung zu sein scheint, zögert Elisabeth mit der endgültigen Entscheidung, um ihrem guten Ruf und ihrem Ansehen nicht zu schaden. Leicester (Max Landgrebe), der Maria liebt, aber gleichzeitig Elisabeths Liebhaber ist, schafft es ein Treffen zwischen den beiden zu arrangieren, um den Konflikt ein für alle Mal zu beenden. Seine Pläne schlagen jedoch fehl, als die Situation zwischen den Frauen eskaliert. Diese Szene wurde besonders hervorgehoben, indem die beiden Schauspielerinnen auf einer Brücke einige Meter über der Bühne standen. Spätestens jetzt ist klar, dass Maria sterben muss, da Elisabeth in ihr nicht mehr nur eine Gefahr für ihren Thron sieht, sondern auch eine Konkurrentin in Sachen Weiblichkeit. Sie unterzeichnet das Urteil, will sich die Hände aber trotzdem nicht schmutzig machen und gibt es deshalb ihrem Handlanger Davison (Thomas Kramer) ohne weitere, konkrete Anordnungen. Burleigh (Sebastian Kowski), Elisabeths Berater, nimmt es ihm ab und lässt das Todesurteil vollstrecken. Als man neue Beweise für Marias Unschuld findet und Elisabeth das Urteil rückgängig machen möchte, ist es bereits zu spät, woraufhin Elisabeth alle ihre Berater und ihren guten Ruf verliert. Obwohl an der Inszenierung von Markus Bothe nur acht statt, wie von Schiller vorgesehen, zwei Dutzend Schauspieler beteiligt waren und das Bühnenbild schlicht gehalten wurde, ist das Stück sehr gut gelungen und hat uns, vor allem auch durch kurze, manchmal allerdings fragwürdige, Slapstick-Einlagen, Spaß gemacht. Abschließend würde ich sagen, dass der Theaterbesuch mit der Schule eine gute Idee ist, deren Beibehaltung in Zukunft wünschenswert wäre, da man privat selten ins Theater geht und dies jedoch ein Stück Kultur ist, das man erlebt haben sollte.

Klara W., Q11

Peter Hub im Kellertheater des OMG

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Besuch der Q 11 und Q 12 bei Kurt Tucholsky

Deutsche Literatur, und dazu noch Zeitgeschichte? Auch wenn diese beiden Themen wahrscheinlich bei Schülern erst einmal auf mäßige Begeisterung treffen, schaffte es der Schauspieler Peter Hub, den Jahrgangsstufen 11 und 12 die Werke des Schriftstellers Kurt Tucholsky anschaulich und humoristisch vorzutragen. Peter Hub kam zu Beginn mit einer Flasche Bier in der Hand auf die Bühne und präsentierte im Berliner Dialekt das erste Gedicht. Doch die Gedichte wurden nicht nur anschaulich dargestellt, indem er teilweise seine Kleidung wechselte oder andere Requisiten benutzte, sondern er brachte die ausgewählten Werke Tucholskys auch noch in eine logische Reihenfolge und erklärte zeitgeschichtliche Hintergründe. Dazu zählten beispielsweise der Erste Weltkrieg oder die damalige politische Lage, auf die Tucholsky in vielen seiner Gedichte kritisch einging. Um den Dichter als ganze, runde Persönlichkeit darzustellen, mussten natürlich auch die negativen Seiten dieses trotzdem großartigen Mannes beleuchtet werden, wie zum Beispiel, dass er oft mehrere Frauen gleichzeitig hatte, und dass er zu Kriegszeiten alles nur Mögliche getan hat, um nicht an der Front kämpfen zu müssen und sich so in Lebensgefahr zu begeben. Auch zeigte Peter Hub, dass sich in den Werken häufig Parallelen zum heutigen Weltgeschehen herstellen lassen. Dies wurde besonders deutlich, als er das Gedicht „Die freie Markwirtschaft“ rappte, woraufhin begeisterte Zuhörer im Takt mitschnipsten. Insgesamt schaffte Peter Hub durch eine gut ausbalancierte Mischung aus Humor und Ernst, die zu jener Zeit herrschende Atmosphäre detailliert, aber zugleich auch einprägsam darzustellen. Somit schuf er für die Oberstufler eine ideale Grundlage, um im Deutschunterricht auf dieses Thema aufzubauen.

Nils W. (Bilder M. Ohle)

Eine Gerichtsverhandlung im Deutschunterricht

Am 23.11.2016, die Unterrichtseinheit zu Goethes „Faust“ war so gut wie abgeschlossen, traf sich der Deutschkurs 1d3, um über den Protagonisten des Dramas zu Gericht zu sitzen. Jede Schülerin und jeder Schüler bekam eine Rolle zugeteilt. Neben dem Angeklagten Dr. Heinrich Faust gab es eine ganze Reihe von Zeugen, den Rechtsbeistand, einen Staatsanwalt, einen Richter, diverse Beisitzer und Protokollanten sowie mehrere Laienschöffen. Die Schülerinnen und Schüler hatten ihren Spaß in dieser ganz besonderen Deutschstunde. Natürlich waren auch Schülerinnen als Vertreter der Presse geladen. K. Rein verfasste den unten stehenden Artikel für eine fiktive Ausgabe der „BILD“- Zeitung.

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Vorlesewettbewerb Deutsch

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Im Lesewettbewerb des Deutschen Buchhandels für die sechsten Klassen traten am 8. Dezember 2016 zwei Klassensieger gegeneinander an, um den schulbesten Vorleser oder die beste Vorleserin zu ermitteln. Für die 6a erschien Laura Rumpel und die 6b wurde durch Yannik Reuß vertreten. Zunächst begrüßte die Jury die Teilnehmer. Dabei erging schon ein großes Lob an die beiden Schüler, denn bereits der Klassensieg zeugt von einem großen Talent als Vorleser. Dabei konnte den beiden Teilnehmern die Aufregung schon ein bisschen genommen werden. Als Erstes lasen Laura und Yannik einen selbst gewählten Textausschnitt aus einem ihrer Lieblingsbücher vor. Dabei erweckten sie die Helden aus Bob, der Streuner und Dirk und Ich zum Leben. Danach mussten sie aus einem unbekannten Buch vorlesen (Tintenherz), was natürlich schon ein wenig schwieriger war. Bewertet wurden dabei die Lesetechnik und die lebendige Gestaltung des Gelesenen. Die Jury setzte sich zusammen aus der Vorjahressiegerin Julia Müller, zwei Referendarinnen des Deutschseminars, Frau Dürrlauf und Frau Weltz, Frau Marion Clark und Frau Susanne Beuschel, der Organisatorin des Wettbewerbs. Nach dem spannenden Wettstreit konnte sich die Jury auf Laura Rumpel als Siegerin einigen, die unsere Schule im Februar beim Stadtentscheid vertreten wird. Dafür wünschen wir ihr natürlich jetzt schon viel Erfolg.

Beide Teilnehmer erhielten einen Buchpreis und eine Urkunde als Anerkennung ihrer Leistung.

Susanne Beuschel

Bundesweiter Vorlesetag am Olympia-Morata-Gymnasium

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Viel besser als regulären Schulunterricht empfanden die Schüler der Jahrgangsstufe 5 die Vorlesestunde, die am Freitag, den 18.11.2016, in der 5. und 6. Stunde im Kellertheater des Olympia-Morata-Gymnasiums stattfand. Zusammen mit ihren Deutschlehrern tauchten sie ein in die Abenteuer des Waisenjungen Krabat (Buch: Preußler, Otfried. Krabat 1971). Dieser begibt sich, weil ihn seine Träume immer wieder dazu aufforderten, zu einer finsteren Mühle, wo er als Lehrling ziemlich hart arbeiten muss. Doch er ist froh darüber, ein Dach über dem Kopf und genug zu essen zu haben. Sehr bald merkt er aber, dass in der Mühle nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Wenn Tonda, der Altgeselle in der Mühle, ihm die Hand auf die Schulter legt, fällt ihm die Arbeit plötzlich leichter. In den Mahlkästen im „toten Gang“ finden sich eines Tages Zähne und Knochensplitter anstatt, wie für gewöhnlich, Mehl und Schrot. Und spätestens als Krabat sich selbst eines Nachts in einen Raben verwandelt, erkennt er, dass er in einer „Schwarzen Schule“ gelandet ist, die in die Kunst der schwarzen Magie einweist. Die sonore Stimme des Vorlesers Christian Schwarz, Radiomoderator bei Radio Primaton, trug dazu bei, dass die Schüler über eine Stunde gebannt zuhörten. Ihre Begeisterung war sogar so groß, dass sie im Anschluss geduldig Schlange standen, um ein Autorgramm zu erhalten. Christian Schwarz selbst war auch sehr beeindruckt, weil er nicht erwartet hatte, dass das junge Publikum einer Geschichte, die immerhin zu Beginn des 18. Jahrhunderts spielt, so lange gebannt lauschen würde. Ganz im Sinne der Aktion „Bundesweiter Vorlesetag“ sparte der studierte Rundfunkredakteur die spannendsten Passagen aus, um den Schülern Lust aufs Weiterlesen zu machen. Ein herzliches Dankeschön geht an dieser Stelle an Magdalene Schäfer, Fachlehrerin für Deutsch, die stellvertretend für die Fachschaft die Organisation und Durchführung dieser Vorleseaktion übernahm.

Christina King

Einem Bestseller auf die Schliche kommen: Der Film zum Buch

Kinobesuch W-Seminar Deutsch (Q11)

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Wolfgang Herrndorfs preisgekrönter Roman „Tschick“ (2010) hat sich bisher über zwei Millionen Mal verkauft und wurde in mehr als 25 Ländern veröffentlicht. Wir untersuchten im W-Seminar Deutsch, warum die Geschichte über die Freundschaft zweier 14-jähriger Ausreißer, die in den Sommerferien mit einem geklauten Lada auf der Suche nach der Walachei die ostdeutsche Provinz erkunden, so schnell Kult wurde. Wir wollten auch wissen, ob die Kinoadaption von Fatih Akin mit dem Überraschungs-Bestseller des leider sehr früh verstorbenen Autors mithalten kann, und besuchten deshalb an einem Montagabend nach dem Seminar eine Vorstellung im KuK.

Ja, es ist dem Regisseur geglückt, den Geist und das Lebensgefühl des Erfolgsromans, der von Situationskomik lebt, in das Medium Film zu übertragen. Die oft sehr witzige Geschichte über die haarsträubende Reise der beiden Außenseiter wird auch im Film glaubwürdig und feinfühlig aus der Perspektive des jungen Maik Klingenberg erzählt. Die Jungs sind unterwegs, auch zu sich selbst. Und so werden neben ihren skurrilen Abenteuern auch ernste Themen wie familiäre Probleme, Liebeskummer und Einsamkeit berührt. Sehr überzeugend ist auch die Leistung der beiden Hauptdarsteller:

„Tristan Göbel spielt den schüchternen Maik mit langer Grunge-Frisur schön zurückgenommen, während Anand Batbileg als Tschick so richtig den Schalk im Nacken hat. Den Burschen kann kein Wässerchen trüben. Alle Autoritätspersonen dieser Welt scheinen ihm schnuppe zu sein. Ein Huckleberry Finn aus Berlin-Marzahn.“ (ZEIT Online)

StDin Kerstin Meisch

Theaterbesuch der Klassen 10c und 10d

„Kein Mensch muss müssen“

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Mit diesen zur Redensart gewordenen Worten begegnet Nathan der Weise im gleichnamigen Drama von Gotthold Ephraim Lessing seinem Freund Al-Hafi und drückt damit aus, dass man bei den Entscheidungen, die man trifft, seiner Meinung nach keinen Zwängen unterliegt. Und so besuchten auch viele Schülerinnen und Schüler der Klassen 10c und 10d auf freiwilliger Basis eine Nathan-Inszenierung des Mainfrankentheaters Würzburg, und das auch noch in den Herbstferien. Begleitet wurden sie dabei von ihren Deutschlehrerinnen Frau Ganzleben und Frau Meisch sowie mehreren Referendarinnen aus dem Deutsch-Seminar. „Wann hat und wo die fromme Raserei, den besseren Gott zu haben, diesen besseren der ganzen Welt als besten aufzudrängen, in ihrer schwärzesten Gestalt sich mehr gezeigt als hier?“ Diese Gedanken äußert der christliche Tempelherr bei seiner ersten Begegnung mit Nathan. In einer Zeit, in der die Gegensätze zwischen den Religionen wieder besonders deutlich werden, kommt Lessings Werk aus dem Jahr 1783, das in Jerusalem zur Zeit des Dritten Kreuzzugs im 12. Jahrhundert spielt, hohe Aktualität und neue Bedeutung zu. In ihm werden verschiedene Charaktere auf die Suche nach Liebe, Identität und nach dem Sinn des Lebens geschickt. Die Hauptfigur ist der jüdische Kaufmann Nathan, der Humanität und Religionsfreiheit verkörpert und damit ganz dem Weltbild der Aufklärung entspricht. Im Verlauf des Stückes gelingt ihm die Versöhnung der drei Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam, was vor allem in der berühmten Ringparabel, die Nathan dem Sultan Saladin erzählt, seinen Höhepunkt findet: Jede Religion hat ihre Existenzberechtigung, und keine ist wertvoller als die anderen.

Die Würzburger Version vermeidet aber ein kitschiges „Happy End“, sondern betont auch in der letzten Szene noch einmal Nathans Außenseiterrolle und beendet das Schauspiel mit einem aktualisierten und sehr eindrucksvollen Plädoyer für Toleranz. Das Mainfrankentheater setzt das Drama minimalistisch in Szene, richtet den Fokus deutlich mehr auf den Text als auf Bühnenbild und Requisiten. Pressestimmen loben die „sehr moderne Inszenierung“ (Main-Echo) und die „starke Gesamtleistung eines souverän aufspielenden Ensembles“ (TheaterNETZ).

                                                                                                          StDin Kerstin Meisch